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Aleppo Kulturelles Erbe lebendig erhalten
Aleppo ist neben der Hauptstadt Damaskus eine der größten Städte Syriens und eine der ältesten dauerhaft besiedelten Zentren in der Region. Wie die berühmte Seidenstraße, führten viele Handelswege zwischen Orient und Okzident über Aleppo und machten sie zu einem bedeutenden Handelszentrum. Traditionelle Handwerksbetriebe, belebte Bazare, stille Wohnquartiere, eine Vielfalt religiöser Stätten und die alles überragende Zitadelle zeugen von einer bewegten 5000-jährigen Geschichte. Eine Geschichte unterschiedlichster kultureller Prägungen und sozialer Transformationen haben ihre Spuren in den prächtigen historischen Monumenten und den komplexen Stadtstrukturen hinterlassen und dazu geführt, die Altstadt von Aleppo 1986 als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO aufzunehmen.
Früh-, mittel- und neusyrische Epoche
Das frühgeschichtliche Aleppo des 18. Jh.v.u.Z. ist durch schriftliche Quellen aus Mari und Alalack als Hauptstadt des Königreiches Jamchad bezeugt. Die Ausgrabungen auf der Zitadelle belegen einen Tempel aus dieser alt- und mittelsyrischen Zeit. Der Wettergott und die damalige Götterwelt sind hier auf einer Vielzahl von Basaltreliefs dargestellt.
Die eindrucksvolle Gestalt der Zitadelle, mit ihrem einzigartigen Aufgang und den wehrhaften Mauern, stammt jedoch aus dem 12. Jh.n.u.Z., aus der Zeit der Ayyubiden, der Zeit Saladins und seinem Sohn Zahir Ghazi, der auch einen Palast auf der Zitadelle erbauen liess. Nach der Zerstörung der Verteidigungsanlagen durch die Mongolen wurde die Befestigung unter den Mamluken 1428 wieder aufgebaut, erneuert und die Stadtmauern nach Osten erweitert. Bis heute haben sich Teile der westlichen und südlichen Stadtmauer mit den berühmten Toren Bab Antakiya und Bab Qinasrin erhalten.
Hellenistisch - römisch - byzantinische Zeit
Im 3. Jh.v.u.Z. gründete Seleukos Nikator westlich der Zitadelle eine hellenistische Neustadt mit dem Namen Berea. Das regelmäßige Straßenraster und die ost-westlich verlaufende Stadtachse, die in römischer Zeit zur Kolonadenstraße wurde, und in islamischer Zeit zum Soukbereich, sind bis heute im Stadtgrundriss erkennbar. In diesem Bereich, östlich der Ommayaden-Moschee. befinden sich auch die baulichen Reste der ehemaligen Kathedrale, der heutigen Madrasa Hallawiya.
Islamisches Aleppo
Mit der islamischen Eroberung 636 n.u.Z. verändert sich Aleppo nur langsam und erfährt erst im 12./13. Jh. unter der Herrschaft der Ayyubiden eine Blütezeit. Nach dem Vorbild der Großen Moschee in Damaskus erhält die Ommayaden-Moschee in Aleppo ihre heutige Form. Auch das mit Ornamenten reich ausgestattete Minarett stammt aus dieser Zeit. Unter den Ayyubiden entstanden öffentliche Bäder, wie das Hammam Labbadiye oder das Hospital Maristan Nuri, dem 1354 ein weiteres, das Bimaristan Arguni, folgte. Für den Ayyubiden-Sultan Zahir Ghazi und seine seine Familie errichtete sein Sohn ein Mausoleum in der Madrasa Sultaniye aus dem Jahr 1223.
Nach mehrmaliger Zerstörung durch die Mongolen erfuhr Aleppo erst mit Beginn des 15. Jh. wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung, der sich nach der Eroberung durch die Osmanen um 1516 fortsetzte. Durch die Öffnung des großen osmanischen Reiches auch nach Westen entstanden neue Handelsbeziehungen und damit die großen Khane, die Lager für das Handelsgut. Hier fanden auch die Händler Übernachtungsmöglichkeiten, wie dies im Khan al Wazir, Khan al Saboun und Khan al Gumuruk noch gut erkennen lässt.
Erhaltende Erneuerung
Die Altstadt von Aleppo ist mit ihrer Jahrtausende alten Geschichte jedoch von baulichem, sozialen und ökonomischen Verfall bedroht und es liegt im internationalen Interesse, zu ihrem Erhalt beitragen zu können. Im historischen Kern leben auf einer Fläche von 350 ha über 100.000 Menschen in rund 16.000 mehr oder weniger historischen Gebäuden. Ziel der Bemühungen ist die Verbesserung der Lebensbedingungen ihrer Bewohner und deren ökonomischen Grundlagen. Aber z. B. auch, durch Kulturveranstaltungen neues Leben in die Stadt zu bringen, ist ein weiteres Ziel, das der Verein der Freunde von Aleppo unterstützt.
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Khan al Gumuruk |